November 27, 2021

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Corona: Sozialversicherungen international

Arbeitet jemand nicht im Wohnsitzstaat, gelten je nach Staat verschiedene Regeln. Für Arbeitnehmende aus der EU gilt das Freizügigkeitsabkommen oder das EFTA-Übereinkommen. Mit einzelnen Ländern ausserhalb der EU hat die Schweiz bilaterale Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen, mit einigen Ländern besteht aber auch kein Vertrag.

Eine wichtige Regel in den Abkommen mit den EU-/EFTA-Staaten ist die, dass Arbeitnehmende, welche mindestens 25% in ihrem Wohnstaat arbeiten, auch in diesem Staat der Sozialversicherung angeschlossen sind.

Ein Beispiel:
Ein/e Arbeitnehmende/r wohnt in Deutschland und arbeitet bei einem Logistikbetrieb in Zürich. Bereits vor Covid hat diese Person hin und wieder mal im Homeoffice gearbeitet, insgesamt aber lediglich zwischen 10% und 15% der Arbeitszeit. In dieser Konstellation ist die Person den schweizerischen Sozialversicherungen angeschlossen.

Mit Beginn der Covid-Zeit wurde die Arbeit so gut wie möglich ins Homeoffice ausgelagert, nur noch für spezielle Arbeiten kommt die Person hin und wieder nach Zürich ins Büro. Gemäss Sozialversicherungsabkommen und unter normalen Umständen müsste die Person neu bei den Sozialversicherungen in Deutschland abgerechnet werden.

Da es sich bei der Covid-Situation um eine aussergewöhnliche Zeit handelt (hoffen wir’s mal…), wurden die geltenden Regeln ausser Kraft gesetzt. Arbeitnehmende, welche vor Covid bereits den schweizerischen Sozialversicherungen angeschlossen waren, sind weiterhin hier abzurechnen.

Hier gelangen Sie zur offiziellen Information des Bundesamtes für Sozialversicherungen

Achtung! Sobald sich die Lage wieder normalisiert, sollten Firmen, welche weiterhin verstärkt auf Homeoffice setzen, prüfen, in welchen Staaten ihre ausländischen Arbeitnehmenden abzurechnen sind.

Update vom 17. Juni 2021
Betreffend internationaler Steuerbelastung haben die Schweiz und Frankreich vereinbart, die für die COVID-Situation spezielle Vereinbarung bezüglich Besteuerung der Grenzgänger/innen bis zum 30. September 2021 als weiterhin gültig zu betrachten.

Link zur offiziellen Mitteilung der ESTV

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