November 27, 2021

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Lohngleichheitsanalyse / Logib-Tool

lohnbuchhalter.ch richtet sich zwar in in erster Linie eher an kleine und mittlere denn an Firmen mit mehr als 100 Angestellten, trotzdem soll hier das Thema Lohngleichheitsanalyse kurz thematisiert werden.

Seit dem 1. Juli 2020 müssen Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden während einem Jahr eine betriebsinterne Lohngleichheitsanalyse durchführen: es soll geprüft werden, ob im Unternehmen Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit auch gleich viel Lohn erhalten.

Das Ergebnis dieser Analyse muss durch eine externe Stelle innerhalb eines Jahres (also bis Ende Juni 2022) überprüft werden, ein weiteres Jahr Zeit steht den geprüften Unternehmen zur Verfügung, um die Ergebnisse zu kommunizieren.

Sollte die Analyse ergeben, dass die Lohngleichheit nicht eingehalten ist, muss ab Juli 2024 erneut eine Analyse durchgeführt werden. Sanktionen oder verpflichtende Massnahmen zur Bereinigung einer allenfalls mangelhaften Situation sind nicht vorgesehen. Die Pflicht zur Wiederholung der Analyse verfällt im Jahr 2032 automatisch. Unternehmen, welche zwischen Juli 2016 und Juni 2020 bereits hinsichtlich Lohngleichheit kontrolliert wurden, müssen keine Analyse durchführen.

Wer künftig bzw. bereits jetzt Aufträge der öffentlichen Hand erhalten will, muss der Offerte in der Regel eine Lohngleichheitsanalyse beilegen. Ergibt diese, dass Frauen und Männer nicht gleich viel verdienen, dürfte der Auftrag an die Konkurrenz gehen. Ob private Unternehmen gleich vorgehen, ist dem Autor nicht bekannt – abwegig ist die Überlegung jedoch nicht.

Um die Lohngleichheit analysieren zu können, stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Eines davon ist LOGIB, das Lohngleichheitsinstrument des Bundes. Dabei handelt es sich um ein Tool basierend auf Microsoft Excel, in welches die notwendigen Daten eingetragen und ausgewertet werden können. Berücksichtigt werden darin Faktoren wie Dienstalter, Ausbildung, potentielle Erwerbsjahre etc.

Die Anwendung des LOGIB-Tools bietet den Vorteil, dass dieses von der Kontrollstelle (eine anerkannte Revisionsgesellschaft, eine Arbeitnehmervertretung oder eine Frauenorganisation) kaum in Frage gestellt werden dürfte. Bei Anwendung eines adäquaten Ersatztools, allenfalls gar einer Eigenentwicklung, kann nur schon das Tool selber in Frage gestellt werden.

Wer mit einer Lohnsoftware arbeitet, kann die Daten je nach Software eventuell direkt aus dem System exportieren und in das LOGIB-Tool importieren. Eine gewissenhafte Pflege der Stammdaten ist selbstverständlich vorausgesetzt.

Unter den folgenden Links finden Sie das LOGIB-Tool sowie ergänzende Informationen:

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