November 27, 2021

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Überstunden vs. Überzeit

Die Unterscheidung von Überstunden und Überzeit ist wichtig, wenn es um die Vergütung von geleisteten Mehrstunden geht. Wann ist Überzeit gegeben, wann wurden Überstunden geleistet?

Im Arbeitsgesetz (ArG) ist die erlaubte wöchentliche Höchstarbeitszeit in Artikel 9, Absatz 1 festgelegt. Diese beträgt:

  1. 45 Stunden für Arbeitnehmende in industriellen Betrieben sowie für Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben und des Detailhandels;
  2. 50 Stunden für alle übrigen Arbeitnehmenden

Vereinbarung

Im Arbeitsvertrag wird individuell pro Arbeitsverhältnis die wöchentliche Arbeitszeit vereinbart. Diese darf natürlich tiefer sein als die gesetzliche Höchstarbeitszeit.

Leistet der/die Arbeitnehmende mehr Stunden als vereinbart, ist zwischen Überstunden und Überzeit zu unterscheiden:

Überstunden

Um Überstunden handelt es sich dann, wenn der/die Arbeitnehmende mehr Stunden arbeitet als vertraglich festgelegt ist, jedoch die gesetzliche Höchstarbeitszeit nicht überschreitet wird. Überstunden dürfen angeordnet werden: der/die Angestellte ist verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn diese:

  • notwendig UND zumutbar (organisatorisch wie auch gesundheitlich) sind.
  • die vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten werden können
    (ArG Art. 15a: mindestens 11 Stunden durchgehend pro Tag, 1 Mal wöchentliche ausnahmsweise 8 Stunden durchgehend.)

Für Arbeitnehmende können sich Überstunden auszahlen: diese müssen mit einem Zuschlag von 25 Prozent vergütet werden. Allerdings kann der Zuschlag auch vertraglich ganz oder teilweise wegbedungen werden, das ist vielfach bei Kaderverträgen der Fall.

Werden die Überstunden mit Freizeit ausgeglichen, wird kein Zuschlag fällig. Allerdings darf der/die Arbeitnehmende – sofern eben die Vergütung nicht wegbedungen ist – auf der Bezahlung der Überstunden beharren.

Gut möglich, dass eine konkrete Situation es erfordert, dass die Angestellten mehr als die gesetzliche Höchstarbeitszeit arbeiten müssen. In diesem Fall handelt es sich um Überzeit.

Überzeit

Überzeit darf aber nicht bis zum Umfallen gefordert respektive geleistet werden:

  • 2 Stunden täglich bzw. 10 Stunden wöchentlich sind das absolute Maximum
  • Jährlich dürfen in 45-Stunden-Branchen maximal 170 Überzeitstunden, in 50-Stunden-Branchen maximal deren 140 akkumuliert werden.

Überzeit muss ohne anderweitige Vereinbarung innert 14 Wochen mit Freizeit ausgeglichen werden. Ist das nicht möglich, muss die Auszahlung mit einem Zuschlag von mindestens 25 Prozent erfolgen. Die Frist zum Ausgleich von geleisteter Überzeit kann vertraglich auf maximal 12 Monate festgelegt werden (ArG Art. 25)

Die folgende Grafik veranschaulicht das eben Beschriebene:

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